Was ist Sportschießen mit dem Luftgewehr?

Was ist das Ziel?                                         

 

Das Ziel beim Sportschießen mit dem Gewehr ist es das Ziel, den Scheibenspiegel, mittig zu treffen um sich so pro Schuss die Höchstpunktzahl von Zehn zu holen. Die Punkte heißen beim Sportschießen „Ringe“. Der Scheibenspiegel ist in zehn Ringe unterteilt. Ein Ring gilt dann als erreicht, wenn der Ring oder der Punkt angekratzt oder eindeutig weggeschossen sind. Der Spiegel beim Luftgewehrschießen besitzt einen Durchmesser von 4.5 Zentimetern, die 10 in der Mitte gerade einmal den Durchmesser eines Stecknadelkopfes. Der Schütze befindet sich in der Disziplin Luftgewehr zehn Meter vom Ziel entfernt. Die Abweichung eines Schusses vom absoluten Zentrum wird in Teilern angegeben (1 Teiler entspricht 1/100 mm). Der beste Schuss ist somit ein 10er, der 0 Teiler vom Zentrum entfernt ist. Eine Verfeinerung der Schüsse teilt die Schusswertung in Zehntelwerte ein, somit ist 10,9 der höchste Schusswert auf Zehntelwertung, 10,0 die niedrigste Wertung.
Die Disziplinen im Luftgewehr bestehen aus dem Dreistellungskampf im Schüler-und Jugendbereich (20 Schuss liegend, 20 Schuss kniehend, 20 Schuss stehend) sowie dem klassischen Programm 40 Schuss beziehungsweise 60 Schuss Stehend.
Im normalen Ligabetrieb ist das Schussprogramm mit 40 Schüssen das Häufigste. Das Maximalergebnis beträgt somit 400 Ringe. Mannschaften werden aus 5 Schützen gebildet. Es wird im direkten Duell geschossen. Schütze 1 schießt gegen einen Schützen 2 der anderen Mannschaft. Der Schütze mit den meisten Ringen gewinnt einen Punkt. Bei gleicher Ringzahl entscheidet der Stechschuss. Die Aufstellung der Duelle erfolgt fest nach einer Rangliste der bisherigen Ergebnisse der Saison. Fünf Schützen können so maximal 5:0 Einzelpunkte erringen. Königsklasse in Deutschland ist die Bundesliga, die in den letzten Jahren zu einem sportlichen Event herangewachsen ist. Luftgewehrschießen ist ebenfalls eine Olympische Disziplin.

Neue ISSF-Regeln

Die International Shooting Sport Federation (ISSF) führte kürzlich ein neues Wertungssystem für internationale Wettkämpfe ein. Entscheidend ist bereits im Vorkampf, dass ab jetzt die Zehntelwertung bei allen Serien greift.
Bisher konnten also maximal 100 Ringe erreicht werden, nun sind 109,0 Ringe das Maximum. Bei 40 Wertungsschüssen wären 436,0 Ringe das theoretische Topergebnis.
Neu gestaltet hat sich auch der Ablauf des Finalschießens. Bisher wurde das Vorkampfergebnis mit der aus 10 Schüssen auf Zehntelwertung bestehenden Finalserie addiert. Im neuen Modus wird bei allen Finalisten das Vorkampfergebnis gelöscht. Das Finale startet mit zwei Serien, wobei in jeder Serie 3 Schüsse auf Zehntel abgegeben werden. Diesen kleinen Serien schließen sich zwei Schüsse an, die jedoch im bisher typischen Finalstil angesagt werden. Somit wurden acht Schüsse abgegeben und aus der daraus resultierenden Rangliste scheidet der oder die Letztplatzierte aus. Um den Sieger oder Siegerin zu ermitteln, wird das Finale fortgesetzt, in dem immer zwei Schüsse abgegeben werden und im SuddenDeath-Modus für den oder die Letzte(n) das Finale vorbei ist. Es stehen nach 18 Schüssen nur noch zwei Schützen am Stand, die dann in den verbleibenden beiden Schüssen den Sieger ermitteln.

Welches Sportgerät wird verwendet?

 Luftgewehr
Bei diesen Systemen wird der Druck durch einen an der Waffe befestigten Druckgasbehälter bereitgestellt. Der Druck wird entweder vor dem Schuss mittels einer eingebauten Pumpe erzeugt oder aus einem externen Behälter in den Druckspeicher der Waffe geleitet.

Diabolo-Kugel
Das Standardkaliber eines Luftgewehrs ist 4,5mm (.177). Das Diabolo wird aus Blei hergestellt. Der Antrieb erfolgt über den Luftdruck und nicht über die Zündung einer Pulverladung.

Wettkampfwaffen im Schießport besitzen genaue Zieleinrichtungen. Hinten sitzt auf dem Gewehr ein Diopter und vorne am Lauf sitzt in einem Korntunnel ein so genanntes Ringkorn. Ringkörner gibt es in unterschiedlichen Größen, je nachdem wieviel vom Ringspiegel auf der Schießscheibe abgedeckt werden soll. Sie können in der Mitte zur Lichtfilterung eine farbige Einlage besitzen. Der Schütze sieht durch einen Diopter, der im wesentlichen aus einem Gehäuse mit einer runden Durchblicköffnung besteht. Oben auf dem Diopter und an der Seite sind Drehknöpfe, mit deren Hilfe sich das Diopter in Höhen- und Seitenlage sehr fein verstellen lässt. Der Schütze muss nun den Ringspiegel der Schießscheibe im Mittelkreis des Ringkornes zentrieren und anschließend beide Kreise in der Durchblicköffnung des Diopters zentrieren. Bei Auslösen des Schusses landet das Geschoss dann in der Zehn auf der Schießscheibe (soweit die Theorie).
Der Zielvorgang ist das Maß aller Dinge und wird von vielen Einflussfaktoren beeinträchtigt. Mit eins der größten Probleme, mit denen Sportschützen während des Wettkampfes zu kämpfen haben ist der Puls, der sich beispielsweise durch Aufregung enorm auf den Zielvorgang auswirkt. Hier zeichnen sich wahre Meisterschützen ab, die diesen Einflussfaktor unter Kontrolle haben.

Fußballschuhe beim Fußball, Schwimmbrille beim Schwimmen … und was beim Schießen.

Sinn und Zweck der Schießkleidung ist es, die Stabilität während des Schießens zu fördern und den Rücken zu entlasten. Dabei besteht die Kleidung aus versteiften Materialien. Die Steifigkeit ist reglementiert und oftmals Anhaltspunkt für nachträgliche Disqualifikationen bei Meisterschaften oder Weltcups. Steckt man in einer Schießkleidung, fühlt man sich wie in einer Art Ritterrüstung, das Laufen fällt definitiv schwer, aber der Anschlag erhält eine enorme Stabilitätssteigerung. Der Schießsport ist gerade auch wegen seiner Ausrüstung relativ teuer, so kann eine komplette Schießausrüstung inklusive Gewehr im normalen Preissegment leicht 3000 Euro kosten.